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Wirtschaftsdeutsch


Übersetzungs- und Sprachpraktikum

III. Studienjahr, 1. Semester




Heft 18

Cоставитель: Долбина И.Г.


2006 г.

Lektion 1. Konjunktur

Kleines Glossar zur Konjunktur

Abschwung


Zumeist allgemein verwendet für alle möglichen Arten des Konjunkturrückgangs. Bei Schumpeter (s.d.) gleichgesetzt mit Rezession.

Aufschwung


Nach Schumpeter eine konjunkturelle Phase, die durch höhere Kapazitätsauslastung im produzierenden Gewerbe, höhere Investitionen und ein hohes Konsum- und Einkommensniveau gekennzeichnet ist. In der modernen Wirtschaftstheorie spricht man von einer Expansionsphase.

Boom


Auf eine Aufschwungphase folgender Zeitraum, der vor allem durch die volle Beschäftigung aller Produktionsfaktoren geprägt ist. Eine Steigerung des realen Volkseinkommens ist nun nicht mehr möglich. Preissteigerungen und durch ein

hohes Zinsniveau gestörte Geldmärkte sind die Folge.

Depression


Tiefpunkt der konjunkturellen Krise. Die Arbeitslosigkeit befindet sich auf höchstem, die Auslastung auf niedrigstem Niveau. Es finden bei hoher Bankenliquidität kaum noch Investitionen statt.

Expansion

s. Aufschwung.

Fünf Weise


s. Sachverständigenrat.

Gemeinschaftsgutachten


s. Wirtschaftsforschungsinstitute.

Konjunkturelle Delle


Vorübergehender Rückgang der konjunkturellen Dynamik. Die Wachstumsraten gehen über einen relativ kurzen Zeitraum zurück, steigen aber insgesamt noch.

Konjunkturpolitik


Der Bereich der staatlichen Wirtschaftspolitik, der konjunkturelle Schwankungen so gering wie möglich halten soll. Im Vordergrund steht dabei die Bekämpfung von Inflation und Arbeitslosigkeit. Man spricht auch von Stabilitätspolitik. Auch die Geldpolitik, die z.B. über Zinssenkungen in den konjunkturellen Zyklus eingreifen kann, ist ein Teil der Konjunkturpolitik.

Konjunkturprognose


Vorhersage über den Verlauf der konjunkturellen Entwicklung, die auf einer Konjunkturdiagnose (s.d.) und auf der Annahme basiert, daß das Wirtschaftsgeschehen auf empirisch feststellbaren Gesetzmäßigkeiten beruht. Die

Konjunkturprognose stützt sich vor allem auf die Analyse bestimmter Konjunkturindikatoren wie Investitions- und Auslastungsdaten.


Kontraktion

s. Rezession

Rezession


Auf konjunkturelle Boomphasen folgende Abschnitte negativen Wachstums, die in der modernen Wirtschaftstheorie auch Kontraktionsphasen genannt werden. Die bei überhöhtem Zinsniveau getätigten Investitionen erweisen sich nun als zu teuer und unrentabel. Als Reaktion darauf sinken Investitionen, Gewinne, Einkommen und Konsum. Rezessionsphasen sind gekennzeichnet durch sinkende Wachstumsraten beim Bruttoinlandsprodukt. Die Definitionen, wann von einer Rezession oder von einer konjunkturellen Delle (s.d.) zu sprechen ist, gehen stark auseinander.

Sachverständigenrat


Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung ist ein am 14.8.1963 per Gesetz gebildetes Gremium aus fünf unabhängigen

Sachverständigen, die von der Bundesregierung vorgeschlagen und vom Bundespräsidenten ernannt werden. Die "Fünf Weisen" dürfen keiner Regierung oder gesetzgebundenen Körperschaft des Bundes oder eines Bundeslandes angehören und nicht im Dienst einer juristischen Person des öffentlichen Rechts oder eines Arbeitgeber- oder Arbeitnehmerverbandes stehen. Die Geschäftstelle des SVR bildet das Statistische Bundesamt. Alle Behörden von Bund und Ländern sind zur Kooperation verpflichtet. Acht wissenschaftliche Mitarbeiter

unterstützen die Arbeit der "Fünf Weisen".

Schumpeter


Joseph Alois Schumpeter (1883-1950), ein bedeutender österreichischer Ökonom und Soziologe teilte den Konjunkturzyklus in vier Phasen ein: 1. Aufschwung (s.d.); 2.Boom (s.d.); 3. Rezession (s.d.); 4. Depression (s.d.). In seiner "Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung" (1912) definiert Schumpeter den innovativen Unternehmer als treibende Kraft der wirtschaftlichen Entwicklung und Auslöser

für konjunkturelle Aufschwünge.


Stabilitätspolitik


s. Konjunkturpolitik.

Wachstum


Maß für die Veränderung des Produktionspotentials. Anders als die Konjuktur kennt das Wachstum kein ständiges Auf und Ab. Das Wachstum wird gemessen in der Zu- oder Abnahme des realen Sozialprodukts einer Volkswirtschaft. Die unterrschiedlichen Konjunkturphasen können das Wachstum beschleunigen oder bremsen.

Wirtschaftsforschungsinstitute


Sowohl öffentliche als auch private Institutionen, die mit empirischer Wirtschaftsforschung befaßt sind. Im Frühjahr und im Herbst geben die fünf bekanntesten deutschen Institute ein als Gemeinschaftsdiagnose bezeichnetes Gutachten über die künftige konjunkturelle Entwicklung bekannt. Die bekanntesten

deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute sind: Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung in München (DIW), das Institut für Weltwirtschaft in Kiel, das Rheinisch-Westfäische Institut für Wirtschaftsforschung in Essen, das HWWA-Institut für Wirtschaftsforschung in Hamburg und das Münchner IFO-Institut.

(Hans P. Trötscher; F.A.Z.-Archiv)

Vokabeln


Kapazität f – мощность

Auslastung f – загрузка

Konsum m– потребление

Einkommen n –(Volkseinkommen n) - доход

Niveau n – уровень

Beschäftigung f – занятость

Produktionsfaktoren Pl – факторы производства

Liquidität f – (Bankenliquidität f) - ликвидность

Tiefpunkt m – самая низшая точка

Wachstum n – рост

Wachstumsrate (-en) – темпы роста

zurückgehen – сокращаться

Bereich m – отрасль, направление

Schwankung (-en) – колебание

Zyklus m – цикл

Verlauf m – течение, процесс

Zins (-en) – процент, процентная ставка

Zinssenkung (-en) – снижение процентной ставки

basieren auf Akk – базироваться, основываться

beruhen auf Akk – основываться

sich stützen auf Akk – опираться

Gesetzmäßigkeit (-en) – закономерность

sich erweisen als – оказаться чем-л.

sinken (a,u) – снижаться, падать (о ценах)

Gewinn (-e) – прибыль

Bruttoinlandsprodukt n – (Bruttosozialprodukt) – внутренний валовый (национальный) продукт (ВВП, ВНП)

Definition (-en) – определение

definieren – давать определение

auseinander gehen – зд.: различаться

Sachverständige m – эксперт

Begutachtung f (-en) - заключение (эксперта)

gesamtwirtschaftlich – народохозяйственный

Gremium m (-en) - орган

ernennen zu Dat. - назначать

Körperschaft des Bundes (Bundeslandes) – корпорация феедерального (земельного) подчинения

juristische Person des öffentliches Rechts – публичноправовая корпорация

Arbeitgeber m – работодатель

Arbeitnehmer m – работник

das Statistische Bundesamt (Wiesbaden) –

Auslöser m – возбудитель, зачинщик

Zunahme f – увеличение

Abnahme f – сокращение

reales Sozialprodukt n – реальный национальный продукт

beschleunigen – ускорять

bremsen – тормозить

Institution f – организация
Text 1.

Die Globalisierung verschärft den Wettbewerb

Die Debatte um den Standort Deutschland ist kontrovers. Auslöser der Diskussion war vor allem die fortschreitende Globalisierung der Wirtschaft. Als ihre Auswirkung wird in Deutschland vor allem ein zunehmendes Ungleichgewicht zwischen den Direktinvestitionen deutscher Unternehmen im Ausland und Direktinvestitionen ausländischer Unternehmen in Deutschland wahrgenommen – mit schmerzlichen Folgen für den Arbeitsmarkt.

Kennzeichen der Globalisierung ist die wachsende Flexibilität von Unternehmen hinsichtlich ihrer Produktionsstandorte. Die modernen Telekommunikationsmittel haben in entscheidendem Maße dazu beigetragen, daß zum Beispiel ohne große Reibungsverluste unterschiedliche Komponenten eines Produkts an verschiedenen Orten der Erde gefertigt werden können. Das gleiche gilt für Dienstleistungen. Unternehmen können mehr denn je den für sie kostengünstigsten und effektivsten Mix der Produktionsfaktoren ermitteln und zum Kriterium für ihre Standortwahl machen. Entfernungen spielen dabei eine zunehmend marginale Rolle. Deutschland ist eines der wichtigsten Industrieländer. Verändert hat sich in den vergangenen Jahren jedoch vor allem zweierlei :

1 . Länder, die traditionell hinter der Produktivität in Deutschland weit zurücklagen, haben ihren Abstand zu Deutschland erheblich verringert, es zum Teil überholt und Produktionstechniken entwickelt, über die Deutschland nicht verfügt;

2. der Standort Deutschland hat sich langsamer als viele andere Länder dem Wettlauf um die Optimierung der Produktionsbedingungen angeschlossen.

Diesem Befund scheint entgegenzustehen, daß Deutschland nach wie vor das zweitgrößte Exportland der Erde ist. Waren und Dienstleistungen aus Deutschland können sich auf dem Weltmarkt behaupten. Hinsichtlich ihrer Qualität und ihrer Preise sind sie wettbewerbsfähig.

Gleichwohl ist nicht zu übersehen, daß Deutschland in den vergangenen Jahren in vielen Bereichen Anteile am Weltmarkt verlor. Der Rückgang der Exportanteile zeigt, daß – trotz der starken Stellung Deutschlands auf dem Weltmarkt – die Position Deutschlands als Wirtschaftsmacht nicht mehr unangefochten ist. Haben die deutschen Unternehmen Entwicklungen am Weltmarkt verschlafen? Haben sie neue Marktchancen übersehen? Sind ihre Produkte zu teuer?

Die hohen Exportanteile der deutschen Wirtschaft lassen solche Fragen vielleicht als rein akademisch erscheinen. Die relativen Verluste an Weltmarktanteilen könnten als normale Abweichungen gedeutet werden. Im Zusammenhang mit anderen Aspekten der Wettbewerbsfähigkeit wird jedoch deutlich, daß in Deutschland eine Reihe struktureller Korrekturen erforderlich sind, wenn die starke Stellung Deutschlands als Wirtschaftsmacht und damit der heutige Wohlstand des Landes erhalten bleiben soll. Vor allem das nachlassende Interesse deutscher und ausländischer Unternehmen an Investitionen in Deutschland wirft die Frage auf, ob das Land seine Position auf den Weltmärkten auch künftig wird behaupten können.



Daß in Deutschland Maßnahmen zur Steigerung seiner Standortattraktivität getroffen werden müssen, wenn das Land seinen bisherigen Spitzenplatz unter den Industrienationen halten will, ist unstrittig. Auch eine ganze Reihe von Gründen für die Gefährdung des Wirtschaftsstandortes Deutschland ist bereits seit längerer Zeit identifiziert: vergleichsweise hohe Löhne, hohe Lohnnebenkosten, bürokratische Hemmnisse – vor allem zu starre Reglementierungen in Forschung und Entwicklung -, zeitraubende und komplizierte Genehmigungsverfahren, hohe Unternehmenssteuern, zu geringe Bereitstellung von Risikokapital mangelnde Innovationsbereitschaft deutscher Unternehmen.

Vokabeln

Standort m, -e, Produktionsstandort, – место размещения производства

Wirtschaftsstandort m, - экономическое пространство

Investitionsstandort m, - место вложения инвестиций

Auswirkung f, -en – влияние, действие на…

Gewicht n, -e – вес

Kennzeichen n, - отличительная черта, показатель

Fflexibilität f, - подвижность, гибкость

Verlust m, -e – убыток

Reibungsverlust m, -e – убытки, вызванные необходимостью адаптации(притирки) (к новым условиям напр.)

Unternehmen n, - предприятие

Unternehmung f, -en – предприятие, фирма

fertigen – produzieren, herstellen, erzeugen, anfertigen – производить

Dienstleistung f, -en – услуга

Kosten Pl. – издержки; затраты

kostengünstig – эффективный (выгодный) с точки зрения затрат

Mix m, - набор, состав, структура

marginal – предельно(малый), маржинальный

Industrieland n, -länder – промышленно развитое государство

Reformländer, Projektländer –государства Восточной Европы, осуществляющие реформы и развивающие рыночную экономику

Schwellenländer – наиболее развитые из развивающихся стран (Китай)

neue Industrieländer, Tiegerländer – государства Юго-Восточной Азии (Гонконг, Сингапур, Южная Корея и т.п.)

zurückliegen hinter etw. –отставать от…

Abstand m, zu Dat – расстояние, интервал, дистанция, промежуток

verringern –сокращать

überholen –обгонять, опережать

Wettlauf m, um Akk – конкурентная борьба, соревнование, состязание, соперничество

Befund m, -e – результат (анализа, экспертизы), заключение экспертов

sich behaupten – утвердиться

wettbewerbsfähig sein – быть конкурентоспособным

Anteil m, -e – доля; долевое участие

Rückgang m, - сокращение; уменьшение

Abweichung f, -en – отклонение

Wohlstand m, - благосостояние

Attraktivität f, - привлекательность

(Standortattraktivität)

Spitze f, -en – высшая точка; вершина; максимум

Spitzenplatz, Spitzenreiter, Spitzenstellung

Lohnnebenkosten, Pl – дополнительные расходы по заработанной плате

Hemmniss, -sse – препятствие

Forschung und Entwicklung (FuE) – НИОКР (научно-исследовательские и опытно-конструкторские работы)

Verfahren n, - - технология; метод, способ, процесс

Genehmigung f, -en –разрешение

Kapital n, - капитал

Risikokapital n – рисковый, венчурный капитал
Text 2.

Wo liegt Deutschland im Wettbewerb der Standorte?
An welchen Kriterien sich die Wettbewerbsfähigkeit eines Landes bemisst, ist schwer zu bemessen. Institute, die eine entsprechende Bewertung vornehmen, gehen nach unterschiedlichen Kriterien vor. Als umfassendstes Werk zur Frage der internationalen Konkurrenzfähigkeit der Länder gilt der regelmäßig erscheinende „World Competetivness Report“ des in Lausanne ansässigen Instituts für Management-Entwichlung (IMD). Anhand von 378 Kriterien ermitteln die Wissenschaftler darin eine Reihenfolge der wettbewerbsfähigsten Länder. Zu den Kriterien zählen unter anderem Arbeitskosten, Effizienz des Managements, Finanzkraft, Innovationsfreudigkeit, binnenwirtschaftliche Stärke, Kapitalkosten, Preisstabilität, Produktivität, Qualifikation der Arbeitskräfte, Steuer- und Abgabenlast.

Die Wettbewerbsfähigkeit ganzer Volkswirtschaften ist nur schwer zu messen. Deutschland landete im wirtschaftlichen Vergleich mit anderen Ländern im September 2004 auf dem letzten Platz. "Deutschland ist Schlußlicht", konstatierten die Experten der Bertelsmann-Stiftung in ihrem internationalen Standort-Ranking. Sowohl beim Wirtschaftswachstum als auch im Kampf gegen die Massenarbeitslosigkeit schneide das Land schlecht ab. Zu ganz anderen Ergebnissen kommen die Ökonomen der Weltbank. In ihrem kurz zuvor veröffentlichten "Doing Business"-Report ist Deutschland insgesamt immer noch im Mittelfeld angesiedelt. Und nun das: Laut der Länder-Rangliste, die das Weltwirtschaftsforum (WEF) in New York vorgestellt hat, steht Deutschland im weltweiten Vergleich immerhin auf Platz 13 - und damit nach Einschätzung von WEF-Chefökonom Augusto Lopez-Claros womöglich sogar kurz vor dem Wiederaufstieg in die Top Ten .Doch wie ist es tatsächlich um die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands bestellt? Und wieso kommen die Experten überhaupt zu so unterschiedlichen Ergebnissen?

Erste Antworten darauf liefert der Vergleich der drei Studien. So relativieren sich die Ergebnisse bereits beim Blick auf die Anzahl der untersuchten Länder. Denn während die Bertelsmann-Stiftung ihre Studie auf 21 Industrienationen konzentriert, vergleicht das WEF insgesamt 104 und die Weltbank sogar 145 Staaten.

Deutliche Unterschiede gibt es zudem in der Konzeption der Studien. Die in diesem Jahr erstmals veröffentlichte Standort-Rangliste der Bertelsmann-Stiftung konzentriert sich ganz auf die Schwerpunkte Arbeitsmarkt und Wirtschaftswachstum. Andere Standortfaktoren wie Infrastruktur, Rechtssystem oder Technologiebereitschaft tauchen in der Erhebung nicht auf. Um den Erfolg oder Mißerfolg eines Landes quantifizieren zu können, berechnen die Forscher einen sogenannten "Erfolgsindex", der anhand von OECD-Daten die Arbeitslosenquote, den Beschäftigtenzuwachs, das Potentialwachstum und das Pro-Kopf-Einkommen für die 21 Länder vergleicht. Der parallel dazu erstellte "Aktivitätsindex" soll anhand von zwölf weiteren Faktoren wie Langzeitarbeitslosigkeit, Staatsverschuldung oder Streikquote die Unterschiede in der Entwicklung einzelner Länder besser erklären helfen. Das schlechte Abschneiden Deutschlands in dieser Studie ist also vor allem auf die sinkende Beschäftigtenzahl und den im Ländervergleich überdurchschnittlich hohen Anteil an Langzeitarbeitslosen zurück zu führen. Aussagen darüber, wie attraktiv das Land für ausländische Investoren sein könnte, läßt dieser Report hingegen kaum zu.



Vokabeln

Schlußlicht n, -e - плетущийся в хвосте, последний

Wirtschaftswachstum n – экономический рост

schlecht (gut) abschneiden - потерпеть неудачу (добиться успеха)

Weltbank f, -en – Всемирный банк

"Doing Business"-Report m , -e – зд.: обзор состояния экономики

Länder-Rangliste f, -en – зд.:список согласно рейтингу (рейтинг)

Einschätzung f, -en – оценка, Bewertung f

die Top Ten - десятка лучших

sich relativieren – становиться относительным

Anzahl f – количество, число

Bertelsmann-Stiftung – фонд Бертельсмана (Bertelsmann AG, einer der weltgrößten Medienkonzerne, Sitz: Gütersloh)

Studie f, -en - исследование

sich konzentrieren auf Akk. –сконцентрироваться на чем-л.

Schwerpunkt m, -e - главная, основная задача; центр тяжести

Standortfaktor m, -en – фактор экономики

Erhebung f, - зд.: сбор данных

quantifizieren vt – давать (получать) количественную оценку, квантифицировать

berechnen vt - считать, рассчитывать (индекс)

OECD - сокр. Organisation for Economic Cooperation and Development

Organization for Economic Cooperation and Development

  • ОЭСР – Организация экономического сотрудничества и

развития

Erfolgsindex m – индекс состояния экономики (экономического роста)????

Zuwachs m - прирост

Pro-Kopf-Einkommen n – доход на душу населения

Aktivitätsindex m - индекс деловой активности

Langzeitarbeitslosigkeit f – длительная безработица

Staatsverschuldung f – государственная задолженность

Streikquote f – количество забастовок

zurückführen auf Akk. – объяснять(ся) чем-л.

Text 3. (…)

Einen ganz anderen Ansatz wählt die Weltbank in ihrem "Doing-Business"-Report. Darin untersuchen die Experten anhand von sieben unterschiedlichen Indikatoren wie Dauer und Kosten von Unternehmensgründungen, Kündigungsschutz oder Kreditvergabebedingungen das Investitionsklima von 145 Staaten. So landet Deutschland bei der Frage, wie lange es dauert, um ein neues Unternehmen zu gründen, mit durchschnittlich 45 Tagen im europäischen Vergleich zwar weit hinten. Im weltweiten Vergleich, wo auch die Länder Afrikas und Lateinamerikas mit einbezogen werden, reicht es hingegen für einen Platz im vorderen Mittelfeld.



Wieder anders geht der "Global Competitiveness Report" des World Economic Forum (WEF) vor, das einmal im Jahr das Weltwirtschaftsforum im Schweizer Skiort Davos veranstaltet. Auf Basis einer Unternehmensbefragung unter rund 8700 Führungskräften aus 104 Ländern untersuchen die Experten darin wichtige volkswirtschaftliche Rahmenbedingungen wie das makroökonomische Umfeld, die Qualität der öffentlichen Institutionen und die technische Leistungsfähigkeit eines Landes. Die Ergebnisse werden im sogenannten "Global Competitiveness Index" zusammen gefasst. Als Pluspunkte für Deutschland, das darin zum zweiten Mal in Folge auf dem 13. Rang gelandet ist, werden das unabhängige Rechtssystem, die hohen Unternehmensausgaben für Forschung und Entwicklung und die Zahl der Patentanmeldungen aufgeführt. Negativ schlagen hingegen unter anderem das hohe staatliche Defizit, die schlechte Stimmung und die hohe Sparquote zu Buche. Der ergänzend dazu publizierte "Business Competitiveness Index" konzentriert sich hingegen auf unternehmensspezifische Faktoren wie Markenstrategien und Innovationskapazität.

Doch so unterschiedlich die Studien auch konzipiert sind: In ihren zentralen Befunden liegen sie trotzdem nicht so weit auseinander. So schneidet besonders der deutsche Arbeitsmarkt aufgrund unflexibler Strukturen wie langer Kündigungszeiten und starrer Tarifregelungen internationalen Vergleich schlecht ab. Einig sind sich die drei Studien zudem in ihrer Kritik an der wachsenden Verschuldung der öffentlichen Hand und der zu hohen Bürokratie in Deutschland, die sich lähmend auf Unternehmensinnovationen auswirkt. Erst wenn diese Probleme konsequent angegangen werden - auch darin sind sich die Forscher einig - wird Deutschland der Aufstieg in den Ranglisten gelingen. Doch wann das so weit sein könnte, darüber schweigen sich die Reports bisher aus.

Vokabeln

Doing-Business-Report -

Ansatz m, -sätze - подход, попытка

Kosten Pl - издержки, затраты

Kündigungsschutz m – защита от увольнения

Kreditvergabebedingungen Pl – условия выдачи кредита

durchschnittlich - в среднем

weltweit – в мире, во всем мире, в миром масштабе

mit einbeziehen - включать (в себя)

im vorderen Mittelfeld – в верхней части середины списка

Global Competitiveness Report – обзор мировой конкурентоспособности

rund – приблизительно, около

volkswirtschaftlich – народохозяйственный, экономический

Umfeld n - окружение, среда, (сопутствующие) обстоятельства

öffentlichen Institutionen – государственный, общественный, официальный

Leistungsfähigkeit f - производительность

Global Competitiveness Index m – индекс мировой конкурентоспособности

in Folge -подряд

landen auf Dat.,Akk (s) – приземлиться, опуститься где-то, куда-то

Patentanmeldung f, - en – заявка на получение патента

aufführen vt – приводить в пример, указывать, называть

zu Buche schlagen – давать эффект, иметь значение

Sparquote f, -en - доля дохода, накапливаемая в качестве сбережений

Befund m , -e – заключение , данные (специалистов) о состоянии чего-л., кого-л.

(un)flexibel – (не)гибкий

Kündigung а, -en - увольнение

Tarifregelung f – тарифное регулирование

Kritik f, an j-m, etw. Dat. – критика кого-л., чего-л.

Verschuldung f, - задолженность, долги

die öffentliche Hand - государство (как юридическое лицо )

auswirken vi - оказывать влияние

angehen`` vt – приступать к чему-л., браться за что-л.

Text 4. Global Information Technology Report 2005
Rangliste: Networked Readiness Index

NETWORKED READINESS INDEX 2005


Rang Land Indexwert Rang 2004

1 USA 2,02 5

2 Singapur 1,89 1

3 Dänemark 1,80 4

4 Island 1,78 2

5 Finnland 1,72 3

6 Kanada 1,54 10

7 Taiwan 1,51 15

8 Schweden 1,49 6

9 Schweiz 1,48 9

10 Grossbritannien 1,44 12

11 Hong Kong SAR 1,44 7

12 Niederlande 1,39 16

13 Norwegen 1,33 13

14 Süd-Korea 1,31 24

15 Australien 1,28 11

16 Japan 1,24 8

17 Deutschland 1,18 14


72 Russland -0,39 62


Quelle: World Economic Forum

Laut dem veröffentlichten Global Information Technology Report 2005-2006, ist Deutschland im "Networked Readiness Index" von Platz 14 im Jahr 2004 auf Platz 17 abgerutscht.

Mit weltweit 115 erfassten Ländern hat sich der seit fünf Jahren in Folge veröffentlichte Global Information Technology Report zu einem der weltweit renommiertesten Gradmesser zur Bewertung des Effekts der Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) auf die Entwicklung und Wettbewerbsfähigkeit von Volkswirtschaften entwickelt. Die Studie basiert auf einem breiten internationalen Rahmen, in dem die Faktoren analysiert werden, die zur Entwicklung dieser Fähigkeiten beitragen.
Der Global Information Technology Report wird vom World Economic Forum in Zusammenarbeit mit Insead Business School erstellt und hat sich im Laufe der Jahre zu einem effizienten Instrument für Politik, Unternehmerschaft und Zivilgesellschaft entwickelt, mit dem das Ausmass beurteilt werden kann, in dem Informations- und Kommunikationstechnologien von Volkswirtschaften genutzt werden, um den Entwicklungsprozess voranzutreiben. Der Report erlaubt zudem, die Leistungsfähigkeit einer jeden Volkswirtschaft mit derjenigen von über 100 anderen Ländern zu vergleichen und die besten Praktiken und Strategien aufzuzeigen.

In den Spitzenpositionen im Bereich ITK spiegelten sich "die gleichen Erfolgsfaktoren wider, die diese Länder im internationalen Vergleich an die Spitze der wettbewerbsfähigsten Volkswirtschaften katapultiert haben", heißt es in dem Bericht. Dazu zählen hoch entwickelte Bildungsinstitutionen, die eine dynamische Innovationskultur fördern, ein transparentes Staatswesen, das zur Schaffung eines positiven Klimas für Unternehmensneugründungen beiträgt sowie eine starke Akzeptanz neuer Technologien sowohl auf staatlicher, unternehmerischer als auch gesellschaftlicher Ebene.

Unter dem Leitthema „Leveraging ICT for development“ (Nutzung von IKT zur Entwicklung) erscheint der Global Information Technology Report zu einem für die Weltwirtschaft kritischen Zeitpunkt: der vorsichtige Optimismus bezüglich der kurzfristigen Aussichten wird durch zunehmende Ängste in Bezug auf weniger günstige Entwicklungen gedämpft – von den potenziellen Rückwirkungen weltweiter makroökonomischer Ungleichgewichte bis zu den Effekten zunehmender Einkommensgefälle. Informations- und Kommunikationstechnologien entwickeln sich jedoch eindeutig zu einem der wichtigsten Faktoren für wirtschaftliches Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit.

Der Networked Readiness Index (NRI) untersucht den aktuellen Stand einer Volkswirtschaft im Bereich IKT anhand von drei Grössen: der allgemeinen makroökonomischen, regulatorischen und infrastrukturiellen Umgebung für IKT, der Bereitschaft der drei wichtigsten Interessengruppen (Privatpersonen, Unternehmen und staatliche Institutionen), IKT zu nutzen und davon zu profitieren, und der tatsächlichen Nutzung der neuesten Informations- und Kommunikationstechnologien durch diese Gruppen.



Der NRI hat sich zu einer weltweit akzeptierten Benchmark für die Teilnahme eines Landes an der vernetzten Wirtschaft entwickelt. Der NRI ist ein nützlicher Indikator für führende Entscheidungsträger aus dem privaten und öffentlichen Sektor hinsichtlich der Rolle, welche die Technologie als Katalysator für die Wettbewerbsfähigkeit und Produktivität eines Volkes spielt.

Vokabeln

Networked Readiness Index – показатель использования ИКТ

для ускорения темпов экономического развития

Global Information Technology Report – обзор использования информационных технологий в мире

abrutschen – соскальзывать, сползать, спускаться; обваливаться

Effekt n, -s, -e – эффект, результат; следствие; воздействие

renommiert – пользующийся хорошей репутацией, известный

basieren auf Akk. – базироваться, опираться

Wettbewerbsfähigkeit f, -, -en - конкурентоспособность

Volkswirtschaft f, -, -en – народное хозяйство; экономика

Rahmen m, -s, - рамки; обрамление; масштабы

im Laufe (Gen.), von Dat. – в течение

erstellen vt – вырабатывать, производить, разрабатывать; устанавливать

effizient – эффективный, действенный

Unternehmerschaft f, -, - предпринимательство, бизнес

Zivilgesellschaft f,-, -en – гражданское общество

Ausmass n, -es, - объем, количество, масштаб, мера

Leistungsfähigkeit f, -, -en – работоспособность; продуктивность, потенциал

vorantreiben vt – ускорять, форсировать, продвигать

Praktik f, -, -en – прием

aufzeigen vt- показывать, указывать

Spitzenposition f,-, -en – руководящий пост, наилучшая позиция

widerspiegeln, sich - отражаться

zählen – относиться к…

Bildungsinstitution f, -, -en – учебное заведение

Innovationskultur f, -, -en – использование инноваций

fördern vt – способствовать, продвигать

Akzeptanz f, -, - признание, одобрение; принятие, согласие

Ebene f, -, -en – уровень

bezüglich (Gen.)– относительно, касательно

Aussicht f, -, -en – перспектива; виды, шансы

in Bezug auf Akk. – относительно

dämpfen vt – уменьшать, убавлять, уменьшать

Rückwirkung f, -, -en – обратное действие, реакция; противодействие

(Un)gleichgewicht n, -es, -e- - неуравновешенность, неравенство; дисбаланс

Einkommen n, -es, - доход

Gefälle n - разница

Stand m, -s,- уровень

Bereich m, -es, -e – область, подотдел; предел

anhand Gen. – с помощью

Grösse f, -, -en – размер; величина

jedoch – все же, все-таки; тем не менее

Benchmark (engl.) – эталон; точка отсчета, исходная точка, бенчмарк

vernetzen vt – объединять, включать в сеть

Entscheidungsträger m, -s, - - обладающий правом принятия решения

hinsichtlich Gen. – в отношении, касательно, относительно

Text 5. Länderbonität. Deutschland bei Kreditwürdigkeit weit vorne

Hohes Wirtschaftswachstum und steigende Rohstoffpreise sorgen in den aufstrebenden Weltregionen für eine deutliche Verbesserung der Länderbonität. Nach der 173 Staaten umfassenden Bonitätsliste des New Yorker Bankenmagazins „Institutional Investor“ hat die Kreditwürdigkeit von Schuldnern aus Sicht der Finanzbranche inzwischen den höchsten Stand seit zwei Jahrzehnten erreicht.

BERLIN. „Weder steigende Zinsen, noch hohe Ölpreise oder erhebliche politische Risiken im Mittleren Osten und in anderen Teilen der Welt trüben die positive Grundstimmung“, dieses Fazit zieht Harvey D. Shapiro, Autor der halbjährlichen Umfrage des Bankenmagazins zur Entwicklung der Länderbonität. Experten für Länderrisiken bei den global tätigen Banken bleiben optimistisch, weil so viele Schwellen- und Entwicklungsländer immer noch stark wachsen.

Darüber hinaus haben die Schwellenländer in den letzten Jahren Rekordüberschüsse in der Leistungsbilanz verbucht und hohe Devisenzuflüsse aus dem privaten Kapitalstrom dazu genutzt, ihre Auslandsverschuldung zu reduzieren und Devisenreserven aufzustocken“, lobt Rainer Schäfer, Chef der Länderanalyse für Emerging Markets der Dresdner Bank. „Wenn Schwellen- und Entwicklungsländer zwei Drittel der rund 3 000 Mrd. US-Dollar an Währungsreserven halten, dann muss das auch deren Kreditwürdigkeit deutlich verbessern“, setzt er hinzu. Die Trends in den Ratings am Anleihemarkt zeigen in die gleiche Richtung: Bei führenden Ratingagenturen wie Standard & Poors (S&P) und Moody’s sind die Heraufstufungen von Schuldnern in Schwellenländern doppelt so häufig wie Herabstufungen.

Auf einer Wertungsskala von 100 bis Null belegt die Schweiz wie auf der letzten Bonitätsliste im Herbst 2005 den Spitzenplatz, Deutschland unverändert den 13. Platz.

Bemerkenswert ist, dass in den zurückliegenden sechs Monaten immerhin 100 Länder ihre Kreditwürdigkeit um mindestens einen vollen Punkt verbesserten. 24 Länder wurden in ihrer Kreditwürdigkeit herabgestuft. Mit 45,1 Punkten steht das globale Barometer auf dem höchsten Stand seit Mitte der 80er-Jahre.

Auch die Länderbonitätsliste des konkurrierenden Londoner Bankenmagazins „Euromoney“ zeigt eine Verbesserung der Kreditwürdigkeit an. Die befragten 47 Experten setzten ihre Bewertung gegenüber Herbst letzten Jahres leicht nach oben. Dennoch nennen sie politische Risiken: So trüben nach ihrer Einschätzung die wachsenden Abhängigkeiten wichtiger Volkswirtschaften bei der Energieversorgung, der Siegeszug linker Politiker in Südamerika und der eskalierende Konflikt mit Iran die politische Großwetterlage ein. Bei Euromoney taucht Deutschland auf dem 17. Platz auf.

HANDELSBLATT, Freitag, 21. April 2006, 07:00 Uhr



Die Bonitätsliste






Rang
Sept. 2005


Rang
März 2006


Land

Bonitätsindex

Veränderung
6 Monate


Veränderung
1 Jahr


1

1

Schweiz

95,5

1,1

1

2

2

Norwegen

94,6

0,4

0,9

5

3

Finnland

94,2

1,4

1,5

4

4

Großbritannien

94,1

1

1,4

6

5

Dänemark

94

1,3

1,9

3

6

Luxemburg

93,7

0,4

0,9

8

7

Schweden

93,6

1,1

2

9

8

USA*)

93,5

1

1,1

7

9

Niederlande

93,5

0,9

1,5

11

10

Kanada

93,2

1,4

2,3

10

11

Frankreich

93,1

1

0,9

12

12

Österreich

92,9

1,5

1,7

13

13

Deutschland

92,8

1,4

1

14

14

Irland

91,5

0,7

1,5

15

15

Belgien

90,5

1,1

1,5

17

16

Spanien

89,4

0,9

1,8

16

17

Singapur

88,9

-0,1

-0,6

18

18

Australien

85,9

-1,3

-0,1

19

19

Japan

85,3

0

0,9

21

20

Italien

84,6

1,4

1

……….



55

55

Russland

62,1

3,1

6,9


Vokabeln
Bonität f, - - солидность, платежеспособность, кредитоспособность, доброкачественность, хорошая репутация

Zins m, -es, -en - процент

Fazit n, -s, - - итог, сумма; вывод

Umfrage а, -, -en – опрос; анкета

Schwellen- und Entwicklungsländer Pl – новые индустриальные и развивающиеся страны

darüber hinaus – свыше того, в добавление к этому

Überschuss m, -sses, -schüsse – годовая прибыль, положительное сальдо

Leistungsbilanz f, -, -en – баланс по текущим операциям

verbuchen vt - занести ()на счет), записать

Verschuldung f, -, - задолженность

Auslandsverschuldung f – внешняя задолженность

reduzieren vt - сокращать, снижать, редуцировать

aufzustocken vt – увеличивать, наращивать

Währung f, -, -en - валюта

Kreditwürdigkeit f, -, - кредитоспособность

Anleihemarkt m, -es, Märkte - ранок ссудных капиталов

Heraufstufung f, -, -en - вопышение

Herabstufung f, -, -en - понижение

Wertungsskala f, -, -оценочная шкала

Spitzenplatz m, -es, -plätze – ведущее место,

dennoch – тем не менее, все-таки, однако

Übersetzen Sie das Interview mündlich. Formulieren Sie Grundgedanken zu jedem Abschnitt. Sprechen Sie zum Thema : „ Warum droht dem Wirtschaftsstandort Deutschland die Zweitklassigkeit?“.

Nehmen Sie Stellung zu diesem Problem

Text 6. „Die Deutschen sorgen sich wegen der falschen Dinge“
SZ-Interview mit dem Wirtschafts-Nobelpreisträger 2000 James J. Heckman

Die Volkswirtschaft ist zu inflexibel geworden, ihr droht der Abstieg in die Zweitklassigkeit



Vom Unsinn aktiver Arbeitsmarktpolitik und dem Vorteil der Cowboy-Ökonomie

SZ: Deutschland hat zu Recht damit begonnen, sein Wirtschaftssystem zu reformieren, aber die Reformen gehen noch viel zu langsam. Vor allem missverstehen die Deutschen zum Teil noch ihre eigenen Probleme. Das ist die Meinung von James J. Heckman, Wirtschaftsprofessor an der Universität Chicago und Wirtschafts-Nobelpreisträger des Jahres 2000. Wenn die Bundesrepublik nicht aufpasst, so seine These, dann droht ihr die Zweitklassigkeit. Heckman ist auf Einladung der Initiative „Neue Soziale Marktwirtschaft“ nach Berlin gekommen

SZ : Herr Professor Heckman, was ist der erste Eindruck, wenn ein Ökonom aus Amerika nach Deutschland kommt?

Heckman : Für mich ist es kein erster Eindruck, weil ich mich schon länger mit Deutschland befasst habe. Aber jedem Ökonomen mit nordamerikanischem Hintergrund fällt in Deutschland das auf, was wir „Rigiditäten“ nennen. Die deutsche Industrie und die Institutionen hier waren einmal sehr innovativ und flexibel, jetzt ist fast das Gegenteil der Fall. Man geht bei Ihnen an ökonomische Probleme sehr konservativ heran. Ich wundere mich zum Beispiel, dass die Deutschen sich so viel Sorgen wegen der Inflation oder wegen der Arbeitslosigkeit als kurzfristigem Problem machen und dass man sich so wenig um die richtigen ökonomischen Anreize kümmert. SZ : Wir machen uns Sorgen wegen der falschen Dinge?

Heckman : Ich will mich nicht klüger machen als ich bin. Aber so viel möchte ich schon sagen: Man nimmt in Deutschland einige der fundamentalen Ursachen für die ökonomischen Probleme des Landes nicht richtig wahr; diese sind es aber, die in der Zukunft zu mehr Arbeitslosigkeit, einer schwächeren technologischen Basis und ökonomischer Zweitklassigkeit führen werden.

SZ : Um was würden Sie sich Sorgen machen, wenn Sie Deutscher wären?

Heckman : Meine Hauptsorge wäre, dass es so wenig Anreize gibt, Kapital und neue
Ideen zu produzieren und die eigenen Leute im Land zu halten. Ich kenne viele kluge

junge Deutsche, die werden im Ausland ausgebildet, sie forschen dort und bleiben schließlich auch dort, weil sie zu Hause keine Perspektiven sehen. Das Phänomen kannten wir in den Vereinigten Staaten auch, aber bei Ihnen ist es viel extremer: Als nach dem Zweiten Weltkrieg ein bestimmter Wohlstand erreicht war, versuchten die Träger dieses Wohlstands sich abzusichern. Das System wurde starr und ein zweites Wirtschaftswunder unmöglich.

(...)
SZ : Wo glauben Sie ist die deutsche Volkswirtschaft starr geworden?



Heckman : Nehmen Sie die Universitäten. Die Anreize für Wissenschaftler in Form von Bezahlung und Arbeitsmöglichkeiten sind sehr gering. Warum sollte jemand, der von seiner Ausbildung profitieren will, im deutschen System bleiben? In Amerika,

Großbritannien oder Australien hat er es besser. Oder die Steuern. Der Abstand zwischen dem was ein Arbeitnehmer bekommt und dem was die Firma zahlen muss,



ist in Deutschland extrem hoch. Das verringert die Nachfrage nach Arbeit. Ökonometrische Studien haben gezeigt, dass Länder mit hohen Lohnzusatzkosten auch unter hoher Arbeitslosigkeit leiden. Auch die Tatsache, dass es so schwierig ist, Beschäftigte wieder los zu werden, verhindert mehr Beschäftigung: Firmen können sich weniger leicht an veränderte Marktbedingungen anpassen als in Amerika oder Neuseeland. Wenn das Wachstum zurückgeht, sinkt die Beschäftigung zwar nicht so schnell wie anderswo, aber im Aufschwung steigt sie auch viel langsamer. Insgesamt scheint bei Ihnen das ganze ökonomische System darauf ausgerichtet zu sein, den Status quo zu erhalten. Dabei übersieht man, dass sich die Dinge ändern.

SZ : Deutschland hat aber auch von stabilen Strukturen profitiert. Es gibt, im Gegensatz zu Amerika, viele qualifizierte Facharbeiter, die Lehrlingsausbildung ist vorbildlich.

Heckman : Diese Beständigkeit war eine Stärke der deutschen Wirtschaft, aber ich vermute, dass sie nun zur Belastung wird. Deutschlands Stärke liegt heute bei mittleren Technologien, Autos etwa, wo der technische Fortschritt zuletzt nicht besonders schnell war. Es fehlten die großen Durchbrüche, stattdessen gab es graduelle Verbesserungen, die zu sehr anspruchsvollen High-End-Produkten führten, bei Mercedes etwa. Dazu passt das deutsche Ausbildungssystem. Aber diese Qualifikationen sind in der modernen Welt nicht mehr außergewöhnlich.

SZ : Alle können heute BMWs bauen?

Heckman : Das sicher nicht. Das Problem ist, dass Veränderungen in ihrem Ausbildungssystem so schwer durchzusetzen sind. Es gibt eine starke Tendenz, bestehende Techniken zu bewahren und zu verbessern, aber sich nicht an neue zu wagen. Außerdem produziert das System keine Spitzenqualifikation. Ich will das Lehrlingssystem gar nicht abschaffen, es hat seine Vorzüge, aber die werden oft missverstanden. Zum Teil liegen sie einfach darin, dass für Lehrlinge die vereinbarten Mindestlöhne unterschritten werden können. Schauen Sie einmal ins Silicon Valley: Dort gibt es hoch talentierte Leute, die aber keine herkömmliche Berufsausbildung haben. Es sind zum Beispiel Wissenschaftler, die einfach in verschiedenen Jobs lernen und dabei tolle Ergebnisse erzielen. Ich würde sie mit Bienen vergleichen, die sich die besten Blumen suchen. Sie sind besser dran als Bienen, die immer nur auf einer Blüte sitzen bleiben. Das deutsche System passt perfekt zu den alten, mittleren Technologien, aber das sind vermutlich nicht die Technologien der Zukunft. Außerdem passt das Modell zu großen Unternehmen, nicht zu neuen kleinen. Auch die Art der Qualifikation muss sich ändern: weg von eng umgrenzten Fertigkeiten und hin zu breit angelegtem Können, Mathematik etwa, die Fähigkeit zu argumentieren und sich schnell auf neue Technologien einzustellen
(...)
SZ : Kann man denn so einfach von einem Ausbildungsmodell zum anderen umsteigen?

Heckman: Auf jeden Fall muss die Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Universitäten enger werden. Hochschulen und Fachhochschulen können teilweise die Berufsausbildung übernehmen. Universitäten könnten Berater aus den Firmen bekommen und sich bestimmte Projekte finanzieren lassen. Die Hochschulen sind dafür verantwortlich, dass die Menschen technologisch auf dem neuesten Stand sind, und zwar nicht nur in Fertigungstechniken, sondern auch in der Kunst, mit neuen Finanzierungsinstrumenten umzugehen.

SZ : Müssen sich die Inhalte der Universitätsausbildung ändern?

Heckman : Mir fällt vor allem auf, wie hierarchisch die Fakultäten bei Ihnen aufgebaut sind. Erstklassige Leute bekommen in Deutschland keinen Job und müssen ins Ausland gehen. Und Führungskräfte nehmen schon in relativ jungen Jahren eine sehr bürokratische Einstellung an. Und das liegt an den Rigiditäten des Systems.

SZ : Früher sind wir mit Stabilität ganz gut zurecht gekommen. Wieso wurde aus Stabilität Rigidität?

Heckmann: Irgendwann in den späten siebziger Jahren hat es offenbar eine Explosion von Innovationen gegeben, neue Chancen, neue Technologien, Veränderungen auf den Finanzmärkten, die Grenzen öffneten sich, China trat ins Welthandelssystem ein, Lateinamerika begann sich zu restrukturieren. Es scheint, als hätten bestimmte Institutionen in Deutschland damals aufgehört, sich anzupassen. Das ist der Preis der Rigiditäten: Der Weg von einer alten zu einer neuen Position ist viel schwieriger. Die USA haben sich damals den Ruf einer Cowboy-Ökonomie erworben, und das sicher zu Recht.

SZ : Ist das erstrebenswert?

Heckman : Ein Unternehmensaufkäufer wie Michael Milken mag eine merkwürdige Persönlichkeit gewesen sein, vielleicht sogar ein Betrüger, aber er war sehr innovativ. Ein Großteil des Glasfasernetzes in den USA wurde finanziert durch die Finanzinstrumente, die er eingeführt hat. In Deutschland war es lange Zeit schwer, Wagniskapital zu bekommen. 1969 war das vielleicht so wichtig, heute ist es dies aber nicht. Es gibt so viele neue Chancen, und die kann man nur wahrnehmen wenn man die richtigen Finanzinstrumente gut einsetzt, auch wenn es Junk Bonds, sind, also hochverzinsliche und hochriskante Anleihen.
(...)

SZ : Bis jetzt haben Sie nur von Rigiditäten in den Universitäten gesprochen. Wie sieht es auf den Arbeitsmärkten aus?

Heckman : Rigiditäten auf den Produktmärkten und auf dem Arbeitsmarkt gehen Hand in Hand. In Deutschland braucht man durchschnittlich 90 Tage, um eine neue Firma zu gründen, in Italien sind 121 Tage notwendig, in den USA nur sieben Tage. Die Kosten sind in Deutschland zehn Mal so hoch wie in Amerika. Das sind Rigiditäten. Auf dem Arbeitsmarkt ist das Hauptproblem die Schwierigkeit, Arbeiter zu entlassen und auf diese Weise sich an neue Technologien anzupassen. Deshalb dauert die schöpferische Zerstörung in der Wirtschaft zu langsam. Die Lebensdauer von Firmen ist viel länger, auch Insolvenzverfahren dauern in Deutschland länger. Für die Firmen ist es zu schwer zu kommen und zu schwer zu gehen.

SZ : Wer Pleite macht, wird in Deutschland stigmatisiert.

Heckman : Eine Insolvenz ist in Amerika kein Stigma, Sie bekommen danach sogar leichter einen Kredit. Ich würde nicht einmal sagen, dass Flexibilität ein Wert an sich ist. Aber je mehr die Weltwirtschaft wächst, desto mehr attraktive Möglichkeiten kann man wahrnehmen, wenn man flexibel ist.

SZ : Es ist eine Frage des Tempos?

Heckmann : Ja, die Welt bewegt sich schneller, deshalb kommt es darauf an mehr Chancen wahrzunehmen.

SZ : Sind die Gewerkschaften ein Problem?

Heckmann : Ja, aber nicht also solche, sondern weil sie zur Uniformität neigen. In Deutschland bewegen sie sich schon in Richtung einer mehr betriebsspezifischen Politik. Das ist gut, aber es reicht nicht.

SZ : Am höchsten ist die Arbeitslosigkeit weiterhin Ostdeutschland. Was würden Sie dort raten?

Heckmann : Ich kann Ihnen sagen, was Sie nicht tun sollten: marode Unternehmen subventionieren. Was ebenfalls nicht hilft, ist die Umschulung von Arbeitslosen, aktive Arbeitsmarktpolitik. Hier gibt es deutliche Parallelen zu Argentinien und Chile. Auch diese Länder hatten sich vom Weltmarkt abgekoppelt, dadurch wurden bestimmte Qualifikationen im Inland gefördert, die mit den ökonomischen Realitäten nichts mehr zu tun hatten. Als dann die Grenzen geöffnet wurden, waren diese Qualifikationen obsolet. Das Problem betrifft besonders die mittlere Generation, die 40- und 50-Jährigen, sie können einfach nicht mehr umgeschult werden. Die Führungspositionen in den Unternehmen müssen Jüngere übernehmen.
(...)
SZ : Was sollen die Älteren machen? Selbstmord begehen?

Heckman : Unsinn. In Deutschland sind Sie reich genug, um Firmen Subventionen zu zahlen, die diese Menschen beschäftigen. Lohnsubventionen mit einer strikten Altersbegrenzung zu zahlen wäre eine angemessene Entschädigung für jene, die das Pech hatten, in einer bestimmten Zeit in Ostdeutschland geboren zu sein. Lohnsubventionen halten die Menschen im Arbeitsprozess, im aktiven Leben. Natürlich kostet das Geld, aber ich glaube der gegenwärtige Weg der Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen ist noch teurer.

SZ : Also sollten wir uns nicht mehr wegen der Arbeitslosigkeit sorgen?

Heckmann : Natürlich müssen Sie sich darüber Sorgen machen, aber eher wegen der strukturellen Ursachen und weniger wegen der Arbeitslosigkeit als solcher. Ich würde eine vorwärts gerichtete Beschäftigungspolitik betreiben. Sie muss darauf gerichtet sein, dass es in zwanzig Jahren ein qualifiziertes Arbeitskräftepotenzial im Osten gibt.

SZ : Wird es mehr soziale Ungleichheit geben?

Heckman : Nun, es kommt auf die Sichtweise an. Ich glaube, dass Sie in Europa die sozialen Unterschiede falsch messen. Sie rechnen nur die Beschäftigten hinein, nicht die Arbeitslosen.

SZ: Der Arbeitslose in Deutschland ist wesentlich besser ausgestattet als der Arbeitslose in Amerika.

Heckmann : Ja, aber der Amerikaner hat nach einem halben Jahr wieder einen Job, bei Ihnen sind sechzig Prozent länger als ein Jahr arbeitslos. Meine Vermutung ist, dass in Sachen Ungleichheit die Unterschiede zwischen Amerika und Europa kleiner sind als man denkt. Ihre Ungleichheit wird in der Statistik mehr versteckt.

SZ : Können wir durch Einwanderung mehr Flexibilität importieren?

Heckman : In den USA haben wir die Einwanderung sicher dazu benutzt, man könnte sogar sagen: missbraucht. Viele gering bezahlte Jobs werden von illegalen Einwanderern aus Mexiko gemacht. Und dies trifft natürlich die am geringsten qualifizierten US-Amerikaner hart. Aber die Gesamtwirtschaft hat natürlich einen riesigen Vorteil von der Immigration. Die illegalen Einwanderer zahlen Sozialbeiträge, aber sie erheben keine Ansprüche. Natürlich ist Immigration auch ein politisches Thema, weil es den Charakter der Nation verändert.

SZ : Es ist aber doch auch die Zunft der Ökonomen betroffen vom rapiden Wandel in der Wirtschaft. Manchmal hat man den Eindruck, als seien Ihre Fachkollegen mit Ihren Methoden nicht mehr auf der Höhe der Zeit.

Heckman : Da ist was dran, es gibt auch unter Wissenschaftlern einen verbreiteten Konservatismus. Mit vielen unserer deduktiven Modelle können wir die Wirklichkeit nicht mehr erklären, oft nicht einmal verstehen. Es gibt einen bedauerlichen Mangel an Empirie unter den Fachkollegen. Manchmal sind Betriebswirte näher an der Wirklichkeit als Ökonomen. Die ganze Idee der Vielfalt, der Heterogenität in der modernen Wirtschaft, wird von der Ökonomie unzureichend dargestellt, der Prozess der schöpferischen Zerstörung. Wir sollten uns weniger um aggregierte Größen kümmern, als um die Vielfalt der neuen Chancen.

Interview: Nikolaus Piper

Vokabeln


Rigidität f, - тугость, неподатливость, ригидность

innovativ – инновационный, новаторский

flexibel - гибкий

starr –негибкий

profitieren von Dat.– наживаться, получать выгоду, выигрывать от чего-то.–

verhindern vt – препятствовать

sich anpassen j-m, etw. – приспосабливаться

zurückgehen – сокращаться

aufgerichtet sein auf etw. – быть направленным на что-л.

Beständigkeit f – неизменность

Belastung f, - нагрузка

mittlere Technologien Pl – средние технологии (ср.: высокие технологии)

zuletzt – в конце

Durchbruch m –brüche – прорыв

graduell - постепенный

High-End-Produkte Pl –

durchsetzen vt- осуществить (волю, желание, план)

bewahren vt – сохранить

sich an etw Akk. wagen - рискнуть

abschaffen vt – отменить

Vorzug m, -züge – преимущество

herkömmlich – обычный, традиционный, исконный

weg von ...hin zu... – прочь от … вперед к…

Fertigkeit f, -en – навык

sich einstellen auf Akk – настроиться на …

umsteigen in Akk zu Dat – перейти к …

aufbauen vt – создать, построить

Einstellung f, -en – точка зрения, позиция

eine E. annehmen – занять позицию

zurecht kommen mit Dat – справиться с чем-л.

erwerben vt – получить, заработать

den Ruf erwerben – обрести славу

Faser f, -n – волокно

Glasfaser f – стекловолокно

einführen vt – вводить

Wagniskapital n – венчурный, рисковый капитал

einsetzen vt – применить

Junk Bonds Pl –

hochverzinslich – (ценные бумаги) с высоким процентом

Anleihe f, -en – облигации

entlassen vt – увольнять

Lebensdauer f – срок службы

Insolvenz f – банкротство

Verfahren n – процедура

Pleite machen – обанкротиться

stigmatisieren – зд.: осуждать, отвергать

marode –

subventionieren vt – датировать

sich abkoppeln – отмежеваться, отделиться

obsolet – устаревший

strickt – строго

ausgestattet mit Dat. – быть оснащенным

Einwanderung f – иммиграция

Wandel m – перемена

Mangel m, an Dat – недостаток чего-л.

Empirie f – эмпиризм

Betriebswirt m, -e – экономист, специалист по экономике производства

Vielfalt f – многогранность

Heterogenität f - гетерогенность

aggregiert – объединенный, соединенный

Größe f, -en – величина
Materialien für die Konferenz

Der Networked Readiness Index misst das Potenzial von Ländern, an Entwicklungen in der Informationstechnologie und Telekommunikation teilzuhaben und zu profitieren. Dafür werden verschiedene Indikatoren wie die Verfügbarkeit gut ausgebildeter Ingenieure, Zahl von Patenten, Finanzierungsmöglichkeiten bis hin zur Zahl von PCs und Mobiltelefonen sowie Telefonleitungen in die Analyse einbezogen. Aber auch rechtliche Rahmenbedingungen in Bezug auf Urheberrechte und die Unabhängigkeit der Justiz, wirkten sich auf das Ranking der Länder aus.


Verbessern konnten sich im Gegensatz zu Deutschland die USA, die nun international den Spitzenplatz belegen. Ebenfalls stark verbessert haben sich Kanada sowie Taiwan und Korea. In Europa nehmen nach wie vor die skandinavischen Länder eine herausragende Position ein. Dänemark, Island und Finnland belegen die Plätze drei, vier und fünf der Rangliste, dicht gefolgt von Schweden auf Platz acht. Damit rangieren die skandinavischen Länder seit fünf Jahren kontinuierlich unter den ersten Zehn.
Die Schweiz (9), Grossbritannien (10), Norwegen (13), die Niederlande (12), Deutschland (17) und Österreich (18) platzierten sich allesamt unter den besten 20 der Index-Wertung. Das Feld der mittel- und osteuropäischen Länder wird angeführt von Estland (Platz 23 von 115), das sich zum Teil dank "exzellenter regulatorischer Rahmenstrukturen für IKT" um zwei Plätze verbessern konnte. Russland fiel gegenüber dem Vorjahr um zehn Plätze auf Platz 72 zurück, was auf Bedenken bezüglich der Verschlechterung des institutionellen Umfelds zurückzuführen war. Auch die zahlreichen und breit gefächerten Vorbehalte des Unternehmenssektors, beispielsweise in Bezug auf Urheberrechte und die Unabhängigkeit der Justiz, wirkten sich negativ auf das Ranking des Landes aus.
„Informations- und Kommunikationstechnologien stellen gegenwärtig einen der wichtigsten Erfolgsfaktoren für Effizienz- und Produktivitätssteigerungen in der sich rasch wandelnden globalen Wirtschaft dar. Die skandinavischen Länder haben seit vielen Jahren ihre Stärken im IKT-Bereich unter Beweis gestellt und sich die neuesten Technologien zur Verbesserung der Effizienz ihrer Volkswirtschaften sowie zur Steigerung ihres Lebensstandards zunutze gemacht. Die Spitzenpositionen dieser Länder reflektieren eine Mischung sich gegenseitig verstärkender Faktoren: ein gutes Management der öffentlichen Finanzen, dank dem die Staatsführungen in Bildung und IKT investieren kann, regulatorische Rahmenbedingungen, die ein günstiges Klima für Aktivitäten des privaten Sektors schaffen, und ein hoher Grad an Transparenz und Offenheit auf staatlicher Ebene, der das Vertrauen der Unternehmer stärkt,“ sagte Studien-Mitherausgeber Augusto Lopez-Claros.
Die USA sind in puncto technologische Innovation weiterhin weltweit führend. Dies ist unter anderem der hervorragenden Qualität ihrer höheren Bildungsinstitutionen und der massiven Kooperation zwischen Forschungseinrichtungen und dem Unternehmenssektor zu verdanken. Die USA zeichnen sich ausserdem durch eine hohe Verfügbarkeit von Risikokapital aus – ein entscheidender Faktor für Unternehmensneugründungen, um sich in potenziell risikoreichen Sektoren entwickeln und wachsen zu können. Ebenfalls bemerkenswert ist die herausragende Rolle des privaten Sektors für die Forschung und Entwicklung sowie die Zusammenarbeit mit dem öffentlichen Sektor in der Innovation und IKT-Penetration. Tatsächlich stammen 17 der 36 vom World Economic Forum ausgezeichneten Technologiepioniere (www.weforum.org/techpioneers) aus den USA.
Singapur konnte mit Platz 2 der Gesamtwertung seine führende Position behaupten und kam im vierten Jahr in Folge unter die ersten Drei. Singapur verfügt über ein ausgezeichnetes regulatorisches Umfeld, ein Bildungs- und Ausbildungssystem, das zu den besten der Welt gehört, sowie eine Staatsführung, die sich aktiv dafür engagiert, die Nutzung der neuesten Technologien in allen Sektoren der Wirtschaft zu fördern – dies alles in einem Kontext exzellenten makroökonomischen Managements und kontinuierlicher Anstrengungen zur Verbesserung der institutionellen Rahmenbedingungen für die Wirtschaftstätigkeit.

Asien und der Pazifikraum entwickelten sich mit Taiwan, Hongkong, Korea, Australien und Japan auf den Plätzen 7, 11, 14, 15 und 16 in diesem Jahr ebenfalls äusserst gut. Indien konnte seine Vorjahresposition (40) im Grossen und Ganzen halten, während China um neun Plätze auf Platz 50 zurückfiel, wodurch sich die Performancelücke in Bezug auf Indien verbreiterte. Besonders erwähnenswert ist das Ergebnis Taiwans, das gegenüber dem letzten Jahr acht Plätze zulegte und es erstmals unter die ersten Zehn schaffte. Der aussergewöhnliche Aufstieg Taiwans zu einer führenden Nation im Bereich IKT in den vergangenen drei Jahrzehnten ist auf eine intelligente öffentliche Politik sowie öffentlich-private Synergien im IKT-Sektor zurückzuführen und wurde im diesjährigen Report im Rahmen einer Fallstudie untersucht.


Die beste Platzierung bei den lateinamerikanischen Ländern erreichten Chile (29), Brasilien (52) und Mexiko (55). Im Vergleich zum generellen Abwärtstrend des vergangenen Jahres wies die Region in diesem Jahr ein uneinheitlicheres Bild auf, wobei sich mehrere Länder deutlich verbessern konnten, namentlich Chile (+6), Mexiko (+5), El Salvador (+11), Kolumbien (+4) und Argentinien (+5). Diese ermutigende Entwicklung wurde leider getrübt durch das weitere Abrutschen von Ländern wie Brasilien (-6), Costa Rica (-8) und Guatemala ( 10).
Wenngleich Südafrika sich um drei Plätze von Platz 34 im letzten Jahr auf Platz 37 in diesem Jahr verschlechtert hat, führt es die Länder südlich der Sahara an. Mauritius (45) und Botsuana (56) sind die nächstplatzierten Länder hinter Südafrika. Während Mauritius zwei Plätze gutmachen konnte, fiel Botsuana gegenüber dem Vorjahr um sechs Plätze zurück.
Bei den übrigen Märkten schneidet Israel im Mittleren Osten am besten ab. Mit Platz 19 in der Gesamtwertung weist Israel exzellente Ergebnisse in den Bereichen technologische Komplexität, Qualität der wissenschaftlichen Forschungseinrichtungen, Verfügbarkeit von Risikokapital, Mobilfunktelefone und neueste Technologien auf. Angesichts der hervorragenden IKT-Performance des Landes beinhaltet die diesjährige Studie auch eine Fallstudie zu der Rolle, welche die Regierungspolitik für die Entwicklung einer erstklassigen IKT-Industrie in Israel spielte. Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) schneiden mit Platz 28 in der Golfregion am besten ab, während Tunesien auf Platz 36 die beste Wertung in Nordafrika erzielte.
Kontrollarbeiten

Text 1. Deutschland bleibt Schlusslicht

26 September, 2006
Hohe Arbeitslosigkeit, niedriges Pro-Kopf-Einkommen, bürokratische Auswüchse: Trotz aller Reformanstrengungen bleibt Deutschland bei Beschäftigung und Wirtschaftswachstum Schlusslicht im Vergleich von 21 Industrienationen. Besserung ist der aktuellen Standortstudie zufolge nur unter bestimmten Bedingungen in Sicht.

Erfolgsindex: Deutschland auf dem letzten Platz.


HB BERLIN. Das deutsche Wachstumspotenzial hinke im internationalen Vergleich weiter hinterher, lautet das Fazit des neuen Standortrankings der Bertelsmann-Stiftung: „Die Arbeitslosigkeit ist die dritthöchste, und das Pro-Kopf-Einkommen liegt deutlich unter dem Durchschnitt.“
Allerdings habe Deutschland wegen der Reformen gute Chancen, im kommenden Jahr erstmals seit 2001 die rote Laterne abzugeben und auf Rang 19 vorzurücken, heißt es. So sei im Aktivitätsindex, der den Erfolg der Wirtschaftspolitik misst, ein beachtlicher Sprung nach vorne gelungen. Hier belege Deutschland Rang 15, vor zwei Jahren war es noch Vorletzter.
Platz eins in der Rangliste der Kernbereiche Arbeitsmarkt und Wirtschaftswachstum belegte Irland vor Norwegen, den USA und Australien. Diese vier Länder hätten überdurchschnittlich gute Ergebnisse erzielt. Das Beschäftigungsniveau in Norwegen und den USA zum Beispiel reiche inzwischen an Vollbeschäftigung heran.
Die Studie bescheinigte der deutschen Wirtschaftspolitik Erfolge vor allem durch die Arbeitsmarktreformen der vergangenen Jahre. So sei die Erwerbsbeteiligung der Bevölkerung auf international beachtliche 78 Prozent gestiegen, sagte der Stiftungsvorstand Johannes Meier: „Zudem hat das lohnpolitische Augenmaß der Tarifparteien zu einer leichten Belebung am Arbeitsmarkt beigetragen.“ Auch die Beschäftigungssituation für Jugendliche stelle sich besser dar als in anderen Ländern.
Für ältere Arbeitnehmer und für Langzeitarbeitslose stünden die Chancen allerdings vergleichsweise schlecht. „Vor allem Geringqualifizierte haben in Deutschland große Schwierigkeiten, eine neue Anstellung zu finden.“ Einer der Gründe dafür sei der oft nur geringe Lohnabstand zwischen der vergleichsweise großzügigen staatlichen Grundsicherung und dem Einkommen aus regulärer Erwerbstätigkeit. Zudem fehlten im Niedriglohnbereich weiter viele Stellen, auf die weniger gut ausgebildete Arbeitslose vermittelt werden könnten.
Handeln statt reden
Als weiterer Grund für das schlechte Abschneiden im Ländervergleich wird das unterproportionale Wirtschaftswachstum genannt. Die Produktionskapazität der Wirtschaft wachse seit zehn Jahren um 1,5 Prozent, im Durchschnitt der anderen Länder aber um mehr als 2,5 Prozent. „Nicht zuletzt deshalb ist Deutschland bei der Wirtschaftskraft pro Kopf mittlerweile von Staaten wie Frankreich, Großbritannien oder Belgien überholt worden“, heißt es in der Studie.
Wenn die nun schon seit über 20 Jahren anhaltende Reformdiskussion in Deutschland wie so oft überwiegend in Formelkompromissen und bürokratischen Auswüchsen münden wird, wird der ökonomische Rückstand gegenüber den anderen Ländern kaum aufzuholen sein, warnen die Forscher. „Wie internationale Studien zeigten, habe die Mehrzahl der Staaten, die in der Vergangenheit ihren Haushalt nachhaltig konsolidieren konnten, neben der Erhöhung von Steuern und Abgaben vor allem auf eine Senkung der staatlichen Ausgaben gesetzt. Die demographische Entwicklung und die strukturellen Defizite der sozialen Sicherung machten es auch in Deutschland erforderlich, Einsparpotenziale bei staatlichen Aufgaben entschlossener als bisher zu nutzen.
Das erstmals im Herbst 2004 veröffentlichte Internationale Standort-Ranking der Bertelsmann Stiftung vergleicht und bewertet die Entwicklung der 21 wichtigsten Industrienationen in den Berei­chen Wachstum und Beschäftigung. Dabei wird für jedes der 21 Länder ein Erfolgsindex und ein Aktivitätsindex berech­net. Während der Erfolgsindex Auskunft über die aktuelle Situation des jeweiligen Landes mit Blick auf die beiden Zielgrößen gibt, erfasst der Aktivitätsindex die wichtigsten Erklärungsgrößen für Beschäftigungssituation und Wirtschaftswachstum.

Text 2.


HANDELSBLATT, Dienstag, 26. September 2006, 14:14 Uhr

Wettbewerbs-Ranking


Deutschland – bürokratisch und starr
Auf hohem Niveau nachgelassen – so lässt sich die Entwicklung des Standortes D in den vergangenen zwölf Monaten zusammenfassen. Im aktuellen Ranking des Weltwirtschaftsforums ist Deutschland weiter nach hinten gerutscht. Doch es bleibt ein Trost: Auch anderen großen Namen erging es nicht besser.

Dunkle Wolken, aber noch kein Gewitter: Im Wettbewerbs-Ranking ist Deutschland auf Platz acht abgerutscht


DÜSSELDORF. In puncto Wettbewerbsfähigkeit fiel Deutschland im internationalen Vergleich leicht zurück. Und das, obwohl der hiesige Unternehmenssektor mit seinem klaren Restrukturierungskurs an Leistungsfähigkeit gewonnen hat. Das ist das Ergebnis des „Global Competitiveness Report 2006-2007“, einer gestern veröffentlichten Studie des World Economic Forums (WEF). In dem Wettbewerbsranking unter 125 untersuchten Staaten rutschte die Bundesrepublik von Rang sechs auf acht leicht zurück.
Trotz dieser Verschlechterung steht der Standort Deutschland deutlich besser da als die anderen großen Länder der Euro-Zone. Frankreich liegt auf Platz 18, Spanien auf Rang 28 und Italien steht nur an 42. Stelle der Vergleichsstudie. Großer Gewinner ist die Schweiz: Die Eidgenossenschaft ist dem Report zufolge die wettbewerbsfähigste Nation. Im vergangenen Jahr hatte das Land noch auf Platz vier gelegen. Die USA, 2005 noch die Nummer 1, liegen nun auf Rang sechs. Das WEF hat für seinen Standort-Check mehr als 11 000 Führungskräfte – davon 51 in Deutschland – befragt sowie 90 Faktoren analysiert. Rund zwei Drittel dieser Faktoren wurden durch Interviews mit den jeweils heimischen Managern ermittelt, ein weiteres Drittel stammt aus statistischen Daten.
Im Gegensatz zu dem im Jahresvergleich verschlechterten Gesamtergebnis haben die deutschen Unternehmen ihre Wettbewerbsfähigkeit laut WEF gesteigert. In dem Teilranking stehen die deutschen Firmen auf Rang zwei, nach Platz drei im Vorjahr. Sowohl im Bezug auf das nationale Geschäftsklima als auch auf die Frage, wie anspruchsvoll die Unternehmensführung und ihre Strategien sind, schneiden nur die US-Unternehmen besser ab als die deutschen.
Für Burkhard Schwenker, Vorsitzender der Geschäftsführung von Roland Berger, hat diese unterschiedliche Entwicklung einen einfachen Grund: „Die deutschen Unternehmen agieren schneller als die Politik, nicht zuletzt, weil sie starkem Konkurrenzdruck unterliegen“, argumentiert er. „Der Politik fehlt ein klares Bekenntnis zu mehr Wettbewerb.“ Steige der Wettbewerbsdruck auch auf politischer Ebene, sei dort ebenfalls mit schnelleren und mutigeren Entscheidungen zu rechnen.
Das insgesamt leicht verschlechterte Abschneiden Deutschlands hat aus Sicht der befragten deutschen Führungskräfte eine klare Hauptursache: den stark regulierten hiesigen Arbeitsmarkt. Das WEF hat die Stärke des deutschen Arbeitsmarktes anhand von sieben Kriterien erfragt. Im Durchschnitt landet Deutschland auf Rang 79 der 125 untersuchten Staaten. Besonders schlecht beurteilen die Befragten die Bundesrepublik in puncto Kündigungschutz (120) sowie Flexibilisierung der Löhne (122). Diese Ergebnisse stimmen überein mit dem erst kürzlich veröffentlichten Weltbankbericht „Doing Business“: Unter 175 Staaten war Deutschland in diesem Punkt in der Weltbankstudie weit abgeschlagen auf Rang 129 gelandet.

Obwohl Deutschland insgesamt eine guten Platz erzielt, entziehen die strukturellen Probleme und die Starrheit, die die deutsche Wirtschaft belasten, Wirtschaftswachstum“, sagt Augusto Lopez-Claros, Chefvolkswirt und Autor des WEF-Reports. Die starren Regulierungen auf dem Arbeitsmarkt hielten die Arbeitslosenquote hoch. Hinzu kämen bürokratische Hürden. So dauere es 30 Tage, bis in Deutschland eine Firma gegründet werden könne. Die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften sei belastend. Dennoch hat Deutschland laut Lopez-Claros das Pozenzial, eine der wettbewerbsfähigstenVolkswirtschaften der Welt zu werden. Deutschland sei nicht nur stark institutionell untermauert, es habe Unternehmen mit einer bedeutenden Präsenz auf dem Weltmarkt.


Vor allem die exportorientierten Unternehmen gelten als wichtige Säule der hiesigen Wirtschaft. 2005 legte der deutsche Außenhandelssektor um mehr sieben Prozent im Jahresvergleich zu. Die deutschen Neuinvestitionen im Ausland stiegen laut Bundesbank im gleichen Zeitraum um 13 Prozent. Die gesamten deutschen Direktinvestitionen im Ausland betrugen im Vorjahr 36,7 Mrd. Euro.
Diese Zahlen zeigen aus Sicht von Roland Berger-Chef Schwenker vor allem eines: „Die politische Diskussion darüber, ob und wie ein Land sich vor der Globalisierung schützen kann, ist absurd.“ Dass die Unternehmen in der WEF-Studie besser bewertet wurden als der gesamte Standort, überrascht Schwenker „kein bisschen“. Während die Unternehmen ihren Restrukturierungskurs nicht nur klar verfolgt, sondern, vor allem in den vergangenen Monaten, auch öffentlich angekündigt hätten, sei politisch im ersten Jahr der großen Koalition unterm Strich weniger geschehen als erhofft. „Probleme offen ansprechen und risikobereit angehen, schafft Glaubwürdigkeit – das haben die Unternehmen hier zu Lande der Politik oft voraus“, sagt Schwenker.
Bleibt es dabei, ein Land mit wettbewerbsfähigen Unternehmen und zugleich massiven Strukturproblemen? Bis 2025 wird sich daran nichts ändern, erwarten rund 800 deutsche Spitzenmanager, die das Handelsblatt im Frühjahr exklusiv zu ihren Zukunftsvisionen befragt hat. Deutlich optimistischer blickt Schwenker in die deutsche Zukunft: Der Austausch zwischen Politik und Wirtschaft sei in den vergangenen Jahren intensiviert worden. „Wenn wir diesen Ansatz weiter verfolgen, werden wir insgesamt in Deutschland schnellere Fortschritte machen.“




Energie

Lektion 2. Erdöl

Glossar: Begriffe rund ums Erdöl

Arabian Light - siehe Ölsorten.

Barrel - engl. 'Faß', das traditionelle Hohlmaß, das bereits in der Frühzeit der Ölindustrie benutzt wurde und bis heute die übliche Maßeinheit ist, in der Ölmengen auf dem Rohstoffmarkt gehandelt werden. Ein Barrel entspricht rund

159 Litern. Auch der Rohölpreis wird in Dollar pro Barrel berechnet. Im deutschen Sprachbereich ist auch die Bezeichnung 'Faß' gebräuchlich.



Brent - Bezeichnung für eine in der Nordsee geförderte Ölsorte, die als Richt-qualität am Ölmarkt gilt. Siehe auch Ölsorten.

Crude Oil - engl. Bezeichnung für Rohöl.

Erdöl - einer der wichtigsten fossilen Rohstoffe. Erdöl dient als Energieträger nicht nur zur Wärmeerzeugung (Heizöl) oder dem Antrieb von Verbrennungsmotoren (Benzin, Dieselkraftstoff), sondern ist auch Rohstoff für viele Produkte (Kunststoffe). Erdöl ist entstanden durch die Zersetzung abgestorbener pflanzlicher und tierischer Kleinstlebewesen. Weltweit gibt etwa 150 Milliarden Tonnen Erdölreserven, gegenwärtig werden weltweit ca. 3,5 Milliarden Tonnen jährlich gefördert.

Erneuerbare Energien - Erneuerbare Energien sind im Gegensatz zu fossilen Brennstoffen unbegrenzt verfügbar, da sie nicht an begrenzte Stoffvorräte gebunden sind. Dazu zählen unter anderem Sonnenenergie (Solarthermie, Photovoltaik), Wind- und Wasserkraft, Geothermie (Erdwärme) und Energie aus der Verbrennung von Biomasse.

Förderquote - siehe OPEC.

Fossile Brennstoffe - feste, flüssige oder gasförmige Brennstoffe wie Kohle, Torf, Erdöl oder Erdgas, die in der erdgeschichtlichen Vergangenheit aus der Zersetzung von pflanzlichen oder tierischen Lebewesen entstanden sind.

Internationale Energieagentur - Nach dem Ölpreisschub 1973/74 beschlossen mehrere industrielle Verbraucherländer das Internationale Energieprogramm (IEP), das von der Internationalen Energieagentur (IEA) in Paris koordiniert wird. Dem

Abkommen gehören 26 Staaten an, darunter die USA, Kanada, Japan, Neuseeland, Australien, Norwegen, Ungarn sowie die EU-Staaten. Zu den Aufnahmevoraus -setzungen gehören eine Bevorratungspflicht der Ölverbrauchsmenge für 90 Tagen, politische Instrumentarien zur Ölnachfragedämpfung. Ziel des IEP ist es einen Krisenmechanismus zur Begegnung von Ölversorgungskrisen einzurichten (gemeinsames Ölverteilungssystem), die Kooperation zwischen Förder- und Verbraucherländern zu fördern.



Kooperationsrat der Arabischen Staaten am Golf (GCC) - die sechs am Persischen Golf gelegenen Staaten Bahrain, Qatar, Kuweit, Oman, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate, haben sich im Mai 1981 zum sog. Golfkooperationsrat (Cooperation Council for the Arab States of the Gulf oder Gulf Cooperation Council) mit Sitz in Riad (Saudi-Arabien). Der GCC hat die Aufgabe, die politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Beziehungen der Mitgliedsstaaten zu fördern (Freihandelsabkommen 1982, Zollunion bis 2005).

Mineralöl - Als Mineralöle werden die aus Rohöl hergestellten Energieträger wie Kraftstoffe, Brennstoffe (Benzine und Heizöle) oder Schmierstoffe (Öle und Fette) genannt.

Multinationale Mineralölkonzerne - Private oder staatliche Unternehmen, die weltweit im Mineralölgeschäft tätig sind. Zu den bedeutendsten Konzernen gehören Saudi-Aramco (Saudi-Arabien), Exxon Mobil (USA), Petróleos de Venezuela SA (Venezuela), National Iranian Oil Corporation (Iran), Royal Dutch/Shell (Großbritannien/Niederlande), BP Amoco (Großbritannien), TotalFinaElf (Frankreich).

OAPEC - Organisation arabischer Erdöl exportierender Staaten

(Organisation of Arab Petroleum Exporting Countries) mit zehn Mitgliedern, von denen acht auch der Opec angehören. Der Geschäftssitz ist in Kuweit. Ziel ist die Koordination der arabischen Ölpolitik. Rund 60% der Weltölreserven entfallen auf diese Staaten. Mitglieder sind: Ägypten, die Vereinigten Arabischen Emirate, Algerien, Bahrein, Irak, Libyen, Qatar, Saudi-Arabien, Syrien und Tunesien.

Ölschiefer - ein aus Faulschlamm entstandenes, toniges Gestein mit hohem Bitumengehalt. Durch Schwelung kann aus Ölschiefer Öl gewonnen werden, daß durch Raffination zu Benzin, Dieselöl und Heizöl verarbeitet werden kann. Die Weltreserven an Ölschiefer betragen schätzungsweise über 320 Milliarden Tonnen, die größten Vorkommen liegen in den Vereinigten Staaten, Brasilien und der

ehemaligen Sowjetunion. Die Ölgewinnung aus Ölschiefer ist jedoch gegenüber der Erdöl- und Erdgasförderung unrentabel.



Ölsorten - Öl kommt in mannigfachen Varianten vor. Man unterscheidet 'süße', das heißt schwefelarme (weniger als 0,5% Schwefelgehalt), von 'sauren', das heißt

schwefelreichen Sorten (mehr als 0,5% Schwefelgehalt). Im internationalen Handel gibt es Referenzsorten (engl. marker crude), nach denen sich die Preise für höher- bzw. minderwertigere Ölsorten richten. Die in der Nordsee geförderte schwefelarme Sorte Brent ist weltweit als Qualitätsmaßstab anerkannt. Daneben existieren für diverse regionale Ölmärkte eigene Standards, so für den amerikanischen Markt die Sorte West Texas Intermediate. Die Opec hat einen sogenannten Korb aus sieben Ölsorten zusammengestellt, der als Grundlage für die Preisberechnung der in den Opec-Ländern geförderten Ölsorten gilt. Dazu gehören unter anderem die Sorten Saudi Arabia's Arab Light, The United Arab Emirates's Dubai, Nigeria's Bonny Light, Algeria's Saharan Blend und Venezuela's Tia Juana Light.



OPEC - Kartell der Erdöl exportierenden Staaten (Organization of the Petroleum Exporting Countries), zu dem sich 1960 zunächst Venezuela, Iran, Irak, Saudi-Arabien und Kuweit zusammengeschlossen haben. Ziel des Zusammen –schlusses ist es, die Förderpolitik zu koordinieren und so das Preisniveau auf dem Rohölmarkt zu kontrollieren. Die Förderquote soll verhindern, daß es zu einem Überangebot von Rohöl kommt, das die Preise sinken lassen würde. Die

Quoten werden nach einem festgelegten Schlüssel auf die Mitgliedsländer verteilt. Größter Produzent ist Saudi-Arabien mit 33,5 Prozent. Es folgen Iran mit 14,6

Prozent, Venezuela mit 11,5 und die Vereinigten Arabischen Emirate mit 8,7, Nigeria mit 8,2 Prozent.

Petrochemische Industrie - Als Petrochemie wird die auf Erdölbasis arbeitende

Erzeugung von chemischen Primärprodukten bezeichnet (im Gegensatz zur Mineralölverarbeitung). Rohstoff der Petrochemie ist Rohbenzin, erzeugt werden in erster Linie Aromaten wie Benzol und Toluol und Weichmacher oder Lösemittel.



Spotmarkt - Der sog. Spotmarkt bietet den Mineralölgesellschaften bei kurzfristig auftretenden Engpässen die Möglichkeit sich mit Ölvorräten zu versorgen. Spotmärkte haben lokal begrenzte Bedeutung, der Spotmarkt für Nordeuropa ist Rotterdam.

Synthetisches Benzin - Synthestisches Benzin basiert nicht auf Erdöl, sondern wird Verschwelung oder Hydrierung von Kohle gewonnen. Die Wirtschaftlichkeit der Herstellung synthetischen Benzins hängt vom Preisverhältnis zwischen herkömmlichen Benzin und Kohle ab; derzeit hat die Herstellung synthetischen Benzins kaum Bedeutung für den Kraftstoffmarkt.
Exkurs

Der Ölpreis

Öl und Wein – die beiden Begriffe sollte man wohl nicht in einem Atemzug nennen. Aber sie haben etwas gemeinsam: Wer Preise vergleichen will, muss berücksichtigen, dass Wein nicht gleich Wein und Öl nicht gleich Öl ist. Die verschiedenen Ölsorten sind von unterschiedlicher Qualität. Das wirkt sich natürlich auf den Preis aus. Händler achten auf Kriterien wie Dichte und Schwefelgehalt. Beispiel: Je weniger Schwefel eine Rohölsorte enthält, desto leichter lässt sich daraus Benzin, Diesel, Kerosin oder Heizöl produzieren. Solche Sorten sind dann teurer.
An den Märkten haben sich so genannte Referenzsorten profiliert, die quasi als Vergleichsmaßstäbe dienen. Die wichtigsten im Überblick:
West Texas Intermediate (WTI) – Referenzsorte an der Terminbörse New York Mercantile Exchange (NYMEX)
Brent Blend – Benannt nach dem Nordsee- Ölfeld Brent, Referenzsorte an der Londoner Terminbörse International Petroleum Exchange (IPE)
Tapis – Singapur
Dubai Fateh – Persischer Golf
Andere Ölsorten werden mit Auf- oder Abschlägen zu diesen Referenzsorten berechnet. Eine Sonderrolle nimmt das OPEC-Öl ein. Als Korb mit elf verschiedenen Ölsorten aus OPEC-Mitgliedstaaten wird es in der Regel mit einem Abschlag von etwa fünf Dollar gegenüber dem WTI-Öl gehandelt.
Neben der Preisermittlung an den Terminmärkten sind die Spotmärkte von großer Bedeutung für den Ölpreis. An den Terminmärkten werden langfristige Lieferungen vereinbart. Da Angebot und Nachfrage aber kurzfristig durchaus stark schwanken können, sind Händler darauf angewiesen, innerhalb kurzer Fristen liefern oder beziehen zu können. Die Spotmärkte stehen in der Regel mit den wichtigsten Umschlagplätzen in Verbindung, also mit den Häfen. Oft genannt wird zum Beispiel der Spotmarkt Rotterdam.
Dies sind nur die Preise an den Termin- und Spotmärkten. Bis das Öl in Form von Sprit, Heizöl oder anderen Produkten beim Verbraucher ankommt, durchläuft der Rohstoff noch einige Zwischenstufen: Raffinerien, Transport, Lagerung. Dann kommen noch die Steuern dazu, in Deutschland zum Beispiel 67 Eurocent pro Liter schwefelarmen Benzin.
Terminbörse f, -en - биржа срочных контрактов

Terminmarkt m, -märkte - рынок срочных контрактов

Spotmarkt m, - рынок контрактов на наличный товар с немедленной поставкой

Text 1.


Steigende Ölnachfrage und Kapazitätsengpässe 2004 und 2005
Im Laufe des Jahres 2004 erreichte der Ölpreis zeitweilig einen Stand von 53 Dollar. Zu diesem Zeitpunkt trafen verschiedene politische und wirtschaftliche Belastungen des Ölmarktes zusammen. Das Umfeld lockte Spekulanten ebenso wie besorgte Ölhändler an und führte zu stark ansteigenden Preisen. Am 29. August 2005 stiegen die Rohölpreise auf Grund des verheerenden Hurrikans Katrina, der die Ölförderung im Golf von Mexico und die Raffination in den USA beeinträchtigte, auf 70 USD pro Barrel (159 Liter). Daraufhin stellte die USA einen Antrag bei der Internationalen Energie-Agentur, Öl aus Ölreserven auf den Markt zu bringen.

Rekordmarken der Ölpreise pro Barrel 2005:

* Mitte März: 56 Dollar

* 24. Juni: 60 Dollar

* 11. August: 65 Dollar

* 29. August: 70 Dollar
Da die Ölvorkommen der Erde endlich sind, ist davon auszugehen, dass es in Zukunft zu einer finalen Ölkrise kommen wird. Es wird spekuliert, dass, wenn der Höhepunkt der jährlichen Fördermenge für Erdöl (Peak-Oil) erreicht wird, es im Zuge der dann fallenden Fördermengen bei unverändert bestehender Nachfrage zu massiven Preiserhöhungen kommt. Anders als die bisherigen, im Wesentlichen politisch motivierten Produktionsdrosselungen wird diese finale Ölkrise durch den realen Rückgang der Förderung ausgelöst. Die Folge ist ein erzwungener Paradigmenwechsel in der bisherigen, auf Öl basierenden Weltwirtschaft.

Schätzungen über das Eintreffen dieser Situation nennen die Jahre 2015 bis 2050. Das Erreichen der maximalen Erdölfördermenge wird teils für 2010 prognostiziert; teils wird auch unterstellt, sie sei heute bereits erreicht. Dem entgegen arbeiten technologische Fortschritte, durch die man Öl günstiger fördern oder transportieren kann oder die aus bisher nicht förderbaren Ressourcen förderbare Reserven machen. Dadurch haben sich historische Prognosen über das frühere Eintreten einer finalen Erdölkrise noch nicht bewahrheitet.



Ein überproportional steigender Ölpreis führt zu vielfältigen Einflüssen auf die Weltwirtschaft. Da der Rohstoff Erdöl in der Industrie Grundlage vieler Werkstoffe und unverzichtbarer Energieträger ist, ist ein Anstieg des allgemeinen Preisniveaus zu erwarten. Dadurch werden die globale Zins- und Fiskalpolitik, der Aktienmarkt und indirekt Staatshaushalte, die Zahl der Arbeitslosen, die sozialen Sicherungssysteme und viel mehr beeinflusst. Es lässt sich spekulieren, dass es durch stetig steigende Preise zu einer anhaltenden weltweiten Wirtschaftskrise kommt.

Direkte Auswirkungen sind zu erwarten bei:

* Treibstoffversorgung (Flugverkehr, Militär, Warentransport, Individualverkehr)

* Energiegewinnung (Heizöl, Elektrizitätswerke, Energiepreise)

* Landwirtschaft (Maschinen, Düngemittel, Pflanzenschutzmittel, Futtermittel)

* Chemische Industrie (Pharmazeutik, Grundstoffe)

Über die weiteren Auswirkungen einer finalen Ölkrise existiert eine große Anzahl von Thesen und Spekulationen.
Vokabeln

Belastung f, -en - бремя, тяготы, нагрузка

Umfeld n,-er – окружение, среда, сопутствующие обстоятельства

Raffination f, - рафинирование; очистка

Raffinerie f, -en - нефтеперерабатывающий завод

beeinträchtigen vt – оказывать отрицательное влияние, причинять вред, ущерб

Antrag m, -träge – требование, заявление, ходатайство ~ stellen – подать заявление

Marke f, -en - достижение, рекорд, метка, отметка

Vorkommen n, - - месторождение (полезных ископаемых)

endlich – конечный, окончательный (результат)

final – финальный, конечный

fördern vt - добывать (нефть и т.д.); способствовать , Syn.: gewinnen Fördermenge f, en - объем добычи Förderung - добыча

im Zuge - в ходе

drosseln vt - сокращать (резко) Produktionsdrosselung f

Rückgang m, -gänge - снижение, падение, сокращение, уменьшение

unterstellen vt - допускать, считать что-л. возможным

bewahrheiten vt - доказать, подтвердить правильность

vielfältig – многообразный, разнообразный, многосторонний

Rohstoffe Pl - сырье, исходный материал

Werkstoffe Pl - материалы, сырье и материалы, заготовки

Energieträger m, - - энергоноситель

Zins- und Fiskalpolitik – налоговая политика и политика процентных ставок

Aktienmarkt m, -märkte - фондовая биржа, рынок ценных бумаг

soziale Sicherungssysteme Pl - системы, обеспечивающие социальную защищенность

anhaltend - продолжительный, стойкий, затяжной
Text 2. Steigender Ölpreis gefährdet deutsche Wirtschaft

Führende Institute rechnen ab 2007 mit weniger Wachstum. Experten erklären, warum Nahost-Krise, Ölpreise und die höhere Mehrwertsteuer riskant zusammenwirken. Als Risiken nennen Vertreter von Wirtschaftsinstituten die für 2007 geplante Erhöhung Mehrwertsteuer auf 19 Prozent und den steigenden Ölpreis .Das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) verzeichnete im Juli bei seiner Konjunktur-Umfrage unter Analysten und institutionellen Anlegern eine verunsicherte Stimmung. Das ZEW-Stimmungsbarometer sackte im Vergleich zum Vormonat um 22,7 Punkte ab. Mit einem Wert von 15,1 Punkten sank der Indikator zum sechsten Mal in Folge. Dies ist der niedrigste Stand seit Mai 2005. "Die konjunkturelle Entwicklung in Deutschland ist derzeit erheblichen Risiken ausgesetzt", schreiben die ZEW-Experten. So würden ein schwächeres Wachstum der US-amerikanischen Wirtschaft und ein starker Euro den Export in den kommenden sechs Monaten mindern. Das ZEW geht davon aus, daß die Binnennachfrage diese Gefahren nicht ausgleicht. Hauptgrund sind demnach die bevorstehenden steuerlichen Belastungen der Bürger von Januar 2007 an. Weil die Mehrwertsteuer von jetzt 16 auf 19 Prozent steigen wird, hat auch das Hamburgische Weltwirtschaftsinstitut (HWWI) seine Konjunkturprognose heruntergerechnet. Das Wirtschaftswachstum werde schon 2007 mit einem Prozent wieder deutlich an Fahrt verlieren - für dieses Jahr nehmen die Hamburger Fachleute ein Wachstum von 1,6 Prozent an.



Als entscheidende Ursache sehen die HWWI-Experten die restriktive deutsche Finanzpolitik, die den Aufholprozeß der Binnennachfrage bremse. Der private Verbrauch sei trotz der leichten Verbesserung der Beschäftigungslage noch nicht hinreichend gefestigt, um die neuerlichen Belastungen verkraften zu können. Für das ZEW ist der Rückgang seines Indikators ebenfalls ein deutliches Zeichen der Kritik der Finanzmärkte an der bisherigen Reformpolitik. Der Vertrauensvorschuß in die Regierung gehe merklich zurück, sagte eine Sprecherin. Nach der Bundestagswahl 2005 hatte der ZEW-Indikator einen Höchstwert erreicht und fällt seit Januar. Noch ungünstiger kann die Entwicklung den Experten zufolge verlaufen, wenn der Ölpreis dauerhaft bei mehr als 75 Dollar bleiben sollte. "Wenn der Ölpreis weiter durch politische oder militärische Risiken in die Höhe getrieben wird, schlägt das direkt auf die deutsche Konjunktur durch", sagte der Konjunkturexperte des Rheinisch-Westfälischen Instituts, Roland Döhrn, der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung".Trotz der Nahost-Krise will die Mehrheit der deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute nach einer Umfrage des „Handelsblatts“ ihre Wachstumsprognosen für 2006 zunächst beibehalten. Bei ihren Berechnungen für die Bundesregierung hatten die führenden Institute einen Ölpreis von 65 Dollar zugrunde gelegt. Am 17. Juli hat ein Faß Öl an der New Yorker Rohstoffbörse gut 75 Dollar gekostet. Wegen neuer Gerüchte um die israelische Offensive war der Markt äußerst nervös .Vergleichsweise gelassen geben sich trotz des Ölpreisschocks Chefvolkswirte großer Finanzkonzerne. Michael Heise, Chefökonom der Allianz Gruppe, sagte der "Financial Times Deutschland", wenn der Ölpreis für längere Zeit auf 85 Dollar stiege, würde das ein oder zwei Zehntel Prozentpunkte globales Wirtschaftswachstum kosten. 18. Juli 2006 WELT.de (3327)

Vokabeln

Mehrwertsteuer f, -, - - налог на добавленную стоимость

verzeichnen vt - констатировать, регистрировать, отмечать

ausgesetzt sein - подвергаться; быть подверженным (чему-л.); находиться под ударом (чего-л.); быть объектом; быть мишенью (чего-л.); быть незащищённым (от чего-л.)

verunsichern vt – вызывать состояние неуверенности, лишать уверенности

ausgleichen vt- улаживать; компенсировать; возмещать ; исправлять

Volkswirt m, -es, -e - экономист; специалист по организации экономики производства

mindern vt - уменьшать; сокращать; снижать; смягчать

ausgehen von Dat. - исходить из…

an Fahrt verlieren - снизить темпы; in Fahrt kommen – наладиться,

налаживаться; войти в колею

annehmen vt - предполагать

restriktiv - рестриктивный, ограничительный

aufholen vt – нагонять, наверстывать; набирать скорость Aufholprozess m, -sse

verkraften vt - справится с чем-л.; выдержать (что-л.)

Kritik an Dat. (ausüben) - критика чего-л. (критиковать что-л.)

Vorschuß m, -sses, -sse - аванс; задаток; предварительный взнос

in die Höhe treiben - взвинчивать (цены напрю)

durchschlagen auf vi – проявляться (на чем-либо), проступать

Berechnungen Pl - расчеты

zugrunde legen - брать за основу

gut 75 Dollar - целых 75 долларов

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